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Tätigkeitsbericht des 1. Vorsitzenden anlässlich der Jahreshauptversammlung am 17. März 2012
Liebe Clubmitglieder, als ich bei der letzten Jahreshauptversammlung 2011 noch die Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass unsere TuS die 3.
Liga halten möge, konnte keiner von uns die Entwicklung im Sommer 2011 voraus ahnen. Sportlich hatte unsere Mannschaft sich mit viel Einsatz und Engagement ein weiteres Jahr in Liga 3 gesichert. Trainer Petrik Sander hatte
die junge Mannschaft hervorragend für dieses Vorhaben eingestellt. Doch leider kam alles ganz anders. Wieder einmal waren es finanzielle Probleme bei der TuS, die dazu zwangen, eine weitere Liga nach unten zu gehen.
Einhergehend damit fiel die Mannschaft komplett auseinander. Die Spieler wurden quasi „in alle Winde“ verstreut. Ja man musste sogar Angst um das generelle Überleben des Vereins „TuS Koblenz 1911 e.V.“ haben.
Wir als
Fanclub „TuS-Schängel e.V.“ sind selbstverständlich dem Aufruf „Rettet die TuS“ gefolgt und haben insgesamt über 1200 Euro vom Club und Einzelmitgliedern für diese Aktion gespendet. 500 Euro gingen an die Initiative des
„Dachverbandes Koblenzer Fanclubs – DKF“ und der Rest an die „TuS Koblenz-Stiftung“. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Clubmitglieder recht herzlich für dieses Entgegenkommen bedanken.
Nun, wie ihr alle wisst,
hat die TuS gerade noch mal so die berühmte „Kurve“ bekommen. Durch Stillhalten der Schuldner und durch Bankbürgschaften mehrerer Firmen und Privatpersonen war es letztendlich dann doch möglich den Spielbetrieb in der
Regionalliga West zu ermöglichen, dies aber auch unter Zurückstellung vieler Annehmlichkeiten im Stadion und der Qualität im Spielerkader. Im Stadion Oberwerth führten die nicht mehr bezahlbaren Mieten für Tribünen und VIP-Zelt
zu deren Abbau. Der Fanshop wurde geschlossen und wird nunmehr vom DKF im Stadion betrieben. Die Geschäftsstelle der TuS wird in den nächsten Tagen folgen und wird dann im Pressecontainer im Stadion untergebracht sein.
Aber auch bei der Mannschaft gab es starke Einschnitte. Teure Stars konnten wir uns nicht mehr leisten. Neben einigen wenigen Spielern, die Dritt- oder gar Zweitliga-Erfahrung hatten (wie z.B. Barletta, Gentner, Stahl oder
Haben) wurden Spieler aus dem eigenen Nachwuchs (Bauer, Urwin, Mund, Klappert oder Hawel) oder aber von Bezirks- oder Oberligisten rekrutiert. Eine besondere Überraschung für uns Fans war die Verpflichtung eines echten
ehemaligen brasilianischen Nationalspielers – Mineiro. Aber dieser „zusammen gewürfelte Haufen“, wie ich ihn mal despektierlich bezeichnen möchte, brauchte seine Zeit um zusammen zu wachsen. Die Spiele nach der Winterpause
zeigen aber, dass die beiden Trainer Michael Dämgen und Evangelos Nessos auf dem richtigen Weg sind. Mittlerweile macht es wieder Spaß den Jungs zuzuschauen.
Genug der sportlichen Betrachtung des zurückliegenden Jahres.
Schließlich sind wir hier auf der Jahreshauptversammlung der TuS-Schängel und nicht der TuS.
Gleichwohl muss man natürlich feststellen, dass unser Vereinsleben doch stark mit der sportlichen Entwicklung der TuS Koblenz
gekoppelt ist. Unser Verein leidet seit nunmehr 2 Jahren ganz immens an der negativen sportlichen Entwicklung der TuS. Hatten wir in der Spitze vor 3 Jahren noch 165 Clubmitglieder, so sind wir mittlerweile auf weit unter 100
geschrumpft – und fast möchte ich sagen, täglich werden es weniger. Gerade im Vorfeld zu dieser Versammlung haben sich wieder einige Mitglieder von uns verabschiedet.
Irgendwie bedauere ich dies – andererseits zeigt es mir aber, dass dies keine echte TuS Koblenz-Fans waren.
Als echter Fan stehe ich zu meinem Verein – in guten, wie in schlechten Jahren.
Die Auswirkung des Mitgliederschwundes macht sich aber nicht nur in der Vereinskasse bemerkbar sondern insbesondere bei den geselligen
Veranstaltungen. An Bustouren zu Auswärtsspielen ist momentan gar nicht mehr zu denken. Vielleicht bekommen wir zu einem anstehenden Kölnspiel bei der Fortuna oder der 2. des FC Köln ja doch noch mal eine Bustour hin. Dazu
später mehr.
Auch die monatlichen Stammtische werden momentan nur dann gut besucht, wenn Gäste wie Trainer oder Spieler avisiert sind. Ansonsten verteilen sich gerade mal 15 Vereinsmitglieder hier im Saal. Besonders
erwähnenswert scheint mir an dieser Stelle die Tatsache zu sein, dass wir im Vorfeld der Lizenzierung den Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz, Herrn Roger Lewentz, und den Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, Herr Joachim
Hofman-Göttig, hier zu unserem Stammtischen begrüßen durften. Ich denke, damit haben wir Lobbyarbeit für unsere TuS und für das Zustandekommen der Spielgenehmigung in der Regionalliga leisten können. Auch im Stadion ist
unser Club mittlerweile querbeet in den einzelnen Blöcken verteilt. Lediglich eine kleine Gruppe der „Aufrechten“ sitzt noch geschlossen auf der Haupttribüne.
Liebe Clubmitglieder, das zurückliegende Jahr 2011 hatte für mich in den Sommermonaten erhebliche gesundheitliche Auswirkungen. Dies hat
mich veranlasst, etwas kürzer zu treten. Und dies nicht nur im beruflichen sondern auch und gerade im privaten Bereich. Ich bitte von daher um Entschuldigung, dass ich nicht in gewohnter Weise für die „TuS-Schängel“ da sein
konnte. Andererseits danke ich dem Vorstand, der Heike, dem Franz-Josef, dem Horst und dem Friedhelm, dass sie die Monate auch ohne mich hervorragend „über die Bühne“ gebracht haben. Mein besonderer Dank gilt aber auch den
Clubmitgliedern Horst Schorn und Klaus Grünewald, die sich sogar im ehrenamtlichen Bereich für die TuS engagieren. Auch Josef Conrad, Silke Scherhag möchte ich hier lobend erwähnen. Sie haben bei der Renovierung der
TuS-Jugend-Umkleide beispielhaft geholfen. Daneben aber auch ein ganz spezieller Dank an die beiden „Stiftungsbrüder“ Stephan Mayer und Rolf Pablo Berger. Die kann man nachts um 2 Uhr aus dem Bett telefonieren, wenn es um
die TuS-Pänz geht. Ich bitte um einen kräftigen Applaus für alle Vorgenannten Vereinsmitglieder. Ein solches Engagement ist beispielhaft und die TuS könnte mehr davon gebrauchen.
Liebe Clubmitglieder,
ich merke gerade, dass ich mal wieder viel zu viel niedergeschrieben habe. Lasst mich deshalb zu Schluss kommen. Ich danke allen Anwesenden für ihr Kommen, wünsche uns und der TuS eine erfolgreiche Zukunft,
weitab von finanziellen Zwängen, und einen Sieg morgen in der Metternicher Kaul.
Einen schönen Abend noch wünscht Norbert Graß 1. Vorsitzender
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